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Was kann ein Berufswahlbegleiter tun?

Er kann zumindest helfen, dass angehende Schüler lernen, sich selbst realistischer einzuschätzen. Heute habe ich das ein Stück weit im Umgang mit einigen Schülern mitbekommen und fand es gut, dass nach Alternativ-Ausbildungsberufen gesucht werden sollten. Das Problem war, dass viele Schüler nur einen Lieblingsberuf nannten, ungeachtet der vielleicht auch vorliegenden Schwächen, dieses Ziel zu erreichen. So erhielten sie die Aufgabe, auch nach Alternativberufen Ausschau zu halten. Uwe Peter ZIMMER schreibt dazu:

“Sehr oft zeigt sich allerdings in den letzten Jahren, dass Jugendliche sich völlig überschätzen oder aufgrund ihrer persönlichen oder bildungsmäßigen Mängel oder Defizite für die Ausbildung ungeeignet oder nicht ausbildungsfähig sind. Wir schätzen diesen Kreis auf ca. 5 bis 8% der Schulabgänger.”

Das klingt zunächst nicht viel, könnte man meinen, wenn man die Zahlen liest. Aber im zweiten Augenblick wird dann doch deutlich, dass selbst diese Zahlen einfach zu hoch sind, zumal man sich eine solch hohe Zahl von Gescheiterten nicht leisten kann und den Jugendlichen auch keinen Gefallen damit tut. ZIMMER drückt es hier drastisch aus:

“Dies ist ein explosives gesellschaftliches Problem, das von Staat und Wirtschaft gelöst werden muss.”

Und in der Tat geht es mir bei dieser Einschätzung, auch in meiner neuen Rolle als Berufswahlbegleiter (mittlerweile kann ich diese Berufsbezeichnung fast ohne “Stottern” tippen) nicht anders:

Was für Einzelschicksale stecken dahinter? Welche Auswirkungen bringt es mit sich, so viele Schulabgänger ohne eine vernünftige Ausbildung zu haben, und zwar nicht nur rein ökonomisch, sondern auch politisch und gesellschaftlich. Sind das die Hartz 4-Empfänger und Radikalen von morgen? Schnell sind Klischees vorhanden und irgendwann heißt es, sie sind allesamt auch noch selbst daran schuld. Doch, wer sich die hohen Zahlen bewusst macht, kann, meine ich, fast von einem “Systemfehler” in unserer Gesellschaft sprechen: Dass sich ein Land es leisten kann, dass ist schlicht unverständlich. Es muss also mehr für die Berufsorientierung getan werden!

Insofern bin ich ganz froh, genau in diesem Feld aktiv sein zu können und hoffe, stärker präventiv arbeiten zu können und helfen kann, eine realistische Berufsperspektive aufzeigen zu können. Als ich in der neunten oder zehnten Klasse war, hieß mein Berufsziel übrigens “Landschaftsgärtner”. Wir hatten aber auch nur ganz wenig Zeit für eine ordentliche Berufsorientierung…
Soweit dazu! ;-)

Silvio Ströver

Benutzte Literatur:

Uwe Peter ZIMMER: Handbuch Berufswahl 2006/2007. Die wichtigsten Ausbildungsberufe und ihre Zukunft. (Berufsstrategie) Frankfurt am Main: Eichborn Verlag, März 2006, S. 15.

Nachtrag vom 20.09.2008:

Dieser Blogbeitrag wurde heute nocheinmal übearbeitet! -

Inzwischen gibt es mein neues Jobcoachblog mit vielen Tipps rund um die Bewerbung etc., besuchen Sie es doch einmal: http://www.jobcoach.stroever.net

Erfolgreiche Grüße

Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge

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2 Responses to “Was kann ein Berufswahlbegleiter tun?”

  1. Jobcoach Ströver » Blog Archiv » Aufgaben eines Jobcoaches oder Berufsberaters Says:

    [...] http://paedblog.de/2006/11/14/was-kann-ein-berufswahlbegleiter-tun [...]

  2. Strövers Paedblog» Blogarchiv » Die ersten Links stehen! Says:

    [...] denn gerne möchte ich eine neue Beschreibung ins Netz stellen, was meiner Ansicht nach zur Tätigkeit eines Berufswahlhelfers [...]

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